Professor Marston & The Wonder Woman

 

Hey Leute,

ich werde euch heute einen neuen Film in meiner kleinen aber feinen Videotheke vorstellen. Neu im Sortiment ist die Blu-Ray „Professor Marston & the Wonder Woman“.

„Technische Daten“

Der Film ist ca. 108 Minuten lang. Die Hauptrollen sind besetzt mit Luke Evans (seit „Dracula Untold“ finde ich diesen Schauspieler ja toll) als Professor Marston, Rebecca Hall als seine Ehefrau und Bella Heathcote als Olive Byrne.

Regie führte Angela Robinson, einigen sicher bekannt durch die Serie „True Blood“.

Der Film war vor einigen Monaten bei uns im Kino, jedoch nur an einem einzigen Tag und auch nur um 23 Uhr. Tja, was soll ich sagen….wenn man den nächsten Tag arbeiten muss ist das schwer mit 23 Uhr ins Kino gehen und um 6 wieder aufstehen. Egal. Habe die Zeit bis zum Erscheinen der Blu-Ray ja überlebt 🙂

Der Film beruht auf einer wahren Geschichte. Hier die Kurzbeschreibung auf der Blu-Ray:

„PROFESSOR MARSTON & THE WONDER WOMAN beruht auf der wahren Geschichte des Schöpfers der legendärsten Superheldinnen aller Zeiten und seines geheimen, amourösen Lebens. Der Harvard Psychologe Dr. William Moulton Marston (Luke Evans, Die Schöne und das Biest) löste mit der Schöpfung seiner Superheldin WONDER WOMAN Anfang der 1940er Jahre eine heftige Kontroverse aus. Doch war es eigentlich sein Privatleben einschließlich seiner polygamen Beziehungen zu seiner Frau Elizabeth (Rebecca Hall, The Gift) und der gemeinsamen Geliebten Olive (Bella Heathcote, Dark Shadows), das außergewöhnlicher war als alle Abenteuer, die er je geschrieben hat.“

Extras auf der Blu-Ray:

  • Die geheime Identität von Charles Moulton Motion Comic
  • Entfallene Szenen
  • Ein dynamisches Trio: Die Geburt einer feministischen Kultfigur
  • Eine kritische Sichtweise: Die Regieführung bei Professor Marston & The Wonder Woman

Die Extras habe ich mir leider noch nicht angesehen, werde ich aber bald nachholen, da ich besonders die Regieführung sehr spannend finde.

ACHTUNG! AB SOFORT FOLGEN INHALTE ZUM FILM! DIESE ENTHALTEN SPOILER!!!!

Die große Obergeschichte, die immer wieder die chronologische Zeitfolge unterbricht, ist eine Befragung Marstons zu seinem Comic „Wonder Woman“, wo eine leicht bekleidete Frau scheinbar „Bondage“ betreibt und Schurken mit ihrem Lasso zur Strecke bringt. In den 40er Jahre waren die Leute eben einfach etwas prüder…Scheinbar fanden einige es nicht so gut, wenn Frauen an die Macht kommen und dabei nur einen Badeanzug tragen. Dann beginnt die chronologische Abfolge in den 20er Jahren. Die Beziehung zwischen Marston und seiner Frau scheint sehr innig zu sein. In den 20ern war es schwierig für Frauen zu promovieren. Frauen war es z.B. untersagt an einigen Universitäten zu studieren. Man merkt stark, wie sehr dies an Elizabeth nagt. Sie ist stürmisch, wild und dominant und wahrscheinlich liebt ihr Mann genau das an ihr. Er unterrichtet an der Universität und veröffentlichte zeitgleich seine DISC-Theorie (dominance, inducement, submission, compliance, dt. Dominanz, Veranlassung, Unterwerfung, Befolgung).

Dort lernen die beiden dann Olive kennen. Sie ist das absolute Gegenteil von Elizabeth. Unterwürfig, lieb und nett. Eben das süße Mädchen von nebenan. Man merkt schnell, dass Marston sich eindeutig zu Olive hingezogen fühlt. Er nennt es „studieren“ – sein Interesse an ihr besteht nur darin, sie „studieren“ zu wollen. In meinen Augen war das Quatsch –  er stand auf sie, so klang es jedoch besser. Wahrscheinlich hatte er auch Interesse als Psychologe an ihr…aber das war sicherlich nicht alles.

Nun – die beiden stellen sie ein. Sie soll Professor Marston und seine Ehefrau bei der Entwicklung eines Lügendetektors unterstützen. Schnell wird klar, dass Frau Marston dies nicht begrüßt. Elizabeth macht Olive eindeutig klar, dass sie sich von ihrem Mann fernhalten soll. Olive fühlt sich gekränkt und es kommt zu einem Streit. Das 3er Team rauft sich jedoch schnell zusammen und arbeitet gemeinsam an dem Lügendetektor. Tatsächlich gibt es recht schnell gute Fortschritte in diesem Projekt, als klar wird, dass sich Blutdruck bzw. Puls verändern, wenn ein Mensch lügt. Bei einem Test kommt das Unvermeidbare dann raus – Professor Marston steht auf Olive.

Elizabeth ist, verständlicherweise, gekränkt. Olive folgt ihr und siehe da – Olive gesteht Frau Marston ihre Liebe und sie küssen sich. Dazu muss man wissen – in den 20er Jahren hat man gleichgeschlechtliche Liebesbeziehungen als Krankheit angesehen. Diese Menschen wurden regelrecht verstoßen. Niemand, wirklich niemand, wollte mit so einer Wahrheit rausrücken. Nun kommt es wie es kommen muss. Elizabeth gibt zu, dass auch sie sich zu Olive hingezogen fühlt. Der große Showdown….der Geschlechtsverkehr aller 3 Parteien zur gleichen Zeit. Alle scheinen glücklich zu sein, sie scheinen sich gleichermaßen zu lieben. Olive blüht durch das Ehepaar Marston regelrecht auf.

Zu diesem Zeitpunkt ist sie noch verlobt, jedoch trennt sie sich recht schnell von ihrem Verlobten, denn sie will mit Elizabeth und Moulton zusammen sein. Sie wird schwanger und bekommt ein Kind, dann sogar noch eins. Am Ende haben die drei 4 Kinder, 2 davon bekam Olive und 2 Elizabeth. Sie leben in einem kleinen Haus, Elizabeth arbeitet als Sekretärin, Olive kümmert sich um die Kinder und Marston versucht was auch immer. So genau wird das nicht klar. Tatsächlich konnten sie mit dem Lügendetektor wohl nicht viel anfangen, da er diesen nicht patentieren lies. Fail würde ich sagen.

Marston schien unglücklich und beschäftigte sich mit Bondage. Angeblich rein aus psychologischer Sicht (er hat damit seine DISC-Theorie untermauert), wahrscheinlich hat es ihn auch einfach nur erregt. Elizabeth schien von diesem Vorschlag, Bondage zu betreiben, nicht gerade begeistert zu sein, Olive ließ sich jedoch darauf ein. Sie konnte am Ende Elizabeth davon überzeugen es zu versuchen, da sich Olive freiwillig fesseln lassen will. Wahrscheinlich war dies der Moment, als Wonder Woman entstand.

In dieser kleinen süßen Vorstadt werden die 3 dann von einer Nachbarin beim Liebesspiel erwischt. Nun gut – bei solch einem Liebesdreieck würde jeder recht blöd aus der Wäsche schauen, zu der damaligen Zeit war dies jedoch noch 1000x schlimmer. Es kommt leider zur Trennung, Olive zieht aus. Jeder, wirklich jeder, ist unglücklich mit dieser Situation, jedoch beugen sich die drei den Erwartungen der Außenwelt. Bis Marston erkrankt. Er hat Krebs und die 3 raufen sich zusammen. Eilzabeth bittet Olive um Verzeihung und die polyamante Beziehung nimmt wieder Fahrt auf, bis Marston 1947 verstarb. Die beiden Frauen lebten daraufhin weiterhin zusammen. Elizabeth starb 1993, Olive 1990.

Was ich über „Professor Marston & The Wonder Woman“ denke

Meiner Meinung war Moulton ein Genie. Er hat alles mit seinem psycholigischen Ansätzen untermauern können. Die Wahrscheinlichkeit ist jedoch ziemlich hoch, dass er einfach nur erregt von diesem Liebesdreieck und der Bondage-Geschichte war. Interessant finde ich die Liebe zwischen den Dreien. Sie scheinen sich wirklich alle gleichermaßen zu lieben und zu respektieren. Ob dies wirklich funktionieren kann?

Ja…das kann ich leider nicht beantworten. Ich stelle es mir schwierig vor. Es ist durchaus möglich, dass sich jemand benachteiligt fühlt, was zu Spannung in der Beziehung führen kann. Sicherlich verkörperten die beiden Frauen genau das, was Moulton immer gesucht hat. Die beiden ergeben seiner Meinung nach „die perfekte Frau“. Aber Marston schien ja nun nicht nur ein kompletter Nichtsnutz zu sein, der die Liebe 2er Frauen genoss. Tatsächlich hat er mit Wonder Woman eine Superheldin erschaffen, die auch heute noch bekannt ist.

Oft, auch heute noch, dominieren Männer jeden Bereich, auch die Comic-Szene. Mit Wonder Woman wurde dies verändert. Sie verkörpert all das, was Frauen sein wollen. Stark und unabhängig. Sie steckt jeden Mann in die Tasche und versucht mit Ehrlichkeit zu siegen (mithilfe ihres Lassos). Das sie ein sehr knappes Höschen trägt, nun….da wird wohl der Mann durchgekommen sein. Aber – wen stört das schon? Also ich fühle mich dadurch nicht angegriffen oder minderwertig. Wer sich so fühlt – es tut mir aufrichtig Leid, aber man will euch hier nicht persönlich angreifen. Selbst mit langen Hosen hätte jemand was zu meckern 😉 Trotzdem war Marston ein Feminist und genoss sicherlich auch die Liebe seiner 2 Frauen. Ein Traum für viele Männer da draußen. Aber wenn es funktioniert haben doch alle gewonnen. Regeln müssen nicht für jeden und alle gelten.

Mich hat der Film gefesselt. Ich habe mit dem Liebespaar (kann man dieses Wort bei 3 Parteien anwenden?) mitgefiebert. Habe gehofft, dass sie zusammen finden und ihr Leben glücklich und zufrieden Leben können. Es ist traurig, dass zur damaligen Zeit die Menschen so steif waren, aber ob das heute anders wäre? Wie schon gesagt fand ich die Ausführungen von Marston das ein oder andere Mal fragwürdig. Auch wenn er es nicht zugeben wollte ist die Wahrscheinlichkeit zu groß, dass hier einfach nur der Mann durchkam. Aber dies hat er unter dem Schleier seiner Studien etc. gut versteckt, der Schlawiner. Das ändert jedoch nichts an der Tatsache, dass es sich hier um einen wirklich guten Film handelt, der super besetzt ist, mit einem recht dramatischen und zugleich schönem Ende.

Ich würde sagen 7 von 10. Die Mädels haben es echt gerissen.

Nun wünsche ich euch noch einen schönen Feiertag und bis zum nächsten Mal 🙂

Eure Be(a)onders

 

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